Austausch mit den Academies of Loudoun 2025

Loudoun 2025

Nun war es endlich soweit, der USA-Austausch konnte beginnen! Es war der 6.10.2025 und für ein paar Schüler der MSS 11 hieß das erstmal früh aufstehen, um sich gemeinsam mit ihren Eltern auf dem Lehrerparkplatz einzufinden, denn heute war der Tag, auf den wir alle mit großer Vorfreude hingefiebert hatten. Für uns ging es nach Amerika, genauer gesagt nach Leesburg, VA. Zuerst wurden wir alle nett von den begleitenden Lehrkräften Frau Nether und Herrn Blass empfangen und anschließend ging es direkt mit dem Airport Shuttle zum Frankfurter Flughafen. Nachdem wir alle unsere Koffer abgegeben hatten und gut durch die Sicherheitskontrolle gekommen waren, hieß es erstmal warten, denn unser Flug hatte bereits eine Stunde Verspätung. Dies war für uns jedoch kein Problem, wir tauschten uns in dieser Zeit aus und waren nun noch gespannter auf die kommende Zeit.

Nach einem knapp achtstündigen Flug landeten wir am Dulles International Airport. Dort erwartete uns erstmal eine lange Schlange an der Einreisekontrolle. Als diese Hürde dann überwunden war, wurden wir herzlich von Mr. Markley, dem leitenden Lehrer unserer Austauschschule, im Foyer begrüßt. Von dem Flughafen aus fuhren wir nun, wie in einem typisch amerikanischen Film, mit einem gelben Schulbus, bei Sonnenuntergang, zu den Academies of Loudoun in Leesburg, VA. Dabei wurden wir von den vielen Eindrücken überwältigt. Es fing an, als wir mit dem Bus die Einfahrt der Schule entlangfuhren und dann ein riesiges verglastes Gebäude vor uns sahen. Wir waren sprachlos und das obwohl wir noch gar nicht wussten, was uns innen erwarten würde. Aus dem Bus ausgestiegen, wurden wir alle von unseren Gastfamilien freundlich empfangen, daraufhin bekam jeder von uns eine kleine Tüte als Empfangsgeschenk. Aufgrund der Verspätung und des langen Wartens bei der Einreise war es schon deutlich später als geplant und deshalb ging es für uns alle direkt zu den Gastfamilien nach Hause. Da wir immer zu zweit bei einer Gastfamilie untergebracht waren, besuchten wir die ersten vier Tage einen unserer Austauschpartner und die restlichen vier Tage den jeweils anderen. So hatten wir einerseits die Möglichkeit, noch mehr Eindrücke aus unterschiedlichen Familien zu sammeln, andererseits war aber auch die Zeit, die wir miteinander hatten, recht kurz. Aber wir machten auf jeden Fall das Beste aus der zur Verfügung stehenden gemeinsamen Zeit.

Bei den Gastfamilien angekommen, gab es erstmal etwas zu essen und dann wurden noch viele Gespräche geführt, um sich besser kennenzulernen. So ging der Anreisetag, mit großer Vorfreude auf die kommende Zeit, zu Ende. Unseren ersten vollständigen Tag in den USA mussten wir leider ohne unsere Austauschpartner beginnen, da diese einen wichtigen Test schreiben mussten. Wir fuhren, wieder mit einem gelben Schulbus, zum Udvar Hazy Air & Space Museum. Dort konnten wir beeindruckende Flugzeuge und Raumfahrzeuge sehen – zum Beispiel das echte Space Shuttle Discovery oder auch das SR-71 Blackbird. Besonders eindrucksvoll (und unheimlich) war jedoch das Flugzeug Enola Gay, von welchem im 2. Weltkrieg die erste Atombombe auf Hiroshima abgeworfen worden war.

Anschließend ging es für uns zurück an die ACL, um dort mit unseren Austauschpartnern gemeinsam an unseren Projekten zu arbeiten. Das übergeordnete Thema und Ziel der Projekte war, für ein gemeinsames Problem, welches sowohl in Kaiserslautern als auch im Loudoun County vorhanden ist, eine realistische Lösung zu finden und zu überlegen, wie man diese umsetzen könnte. Alle Gruppen sollten am Ende der gemeinsamen Zeit ihren aktuellen Stand präsentieren und beim Rückbesuch der amerikanischen Gruppe soll das Projekt abgeschlossen werden. Nach der Projektarbeit gingen wir alle nach Hause und verbrachten den Abend mit unseren Gastfamilien.

Für den 8.10 stand ein gemeinsamer Ausflug nach Monticello an, um das Anwesen zu besichtigen, auf welchem der dritte amerikanische Präsident Thomas Jefferson Ende des 18. bzw. zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte. Wir erhielten eine ausführliche Tour durch das Haus und uns wurde alles rund um Thomas Jefferson erklärt, wobei auch die problematischen Aspekte, wie etwa die Bewirtschaftung des Gebäudes und des Geländes durch Sklaven, nicht ausgespart wurden. Insgesamt war es ein sehr spannender und lehrreicher Ausflug.

Am Donnerstag erlebten wir zum ersten Mal das Schulleben in einer amerikanischen Schule. Wir verbrachten den Schultag mit unseren jeweiligen Austauschpartnerinnen und Austauschpartnern und hatten daher alle unterschiedliche Fächer und Stundenpläne. Die ACL beeindruckte uns alle auf ganz viele Weisen, vor allem waren wir überrascht über die vielfältigen Fächer, wie zum Beispiel Architektur, Grafisches Design oder auch Automechanik. Für dieses Fach gibt es sogar eine eigene Autowerkstatt in der Schule. Außerdem beeindruckte uns die hochmoderne Ausstattung der Schule (3D Drucker, Apple Computer,…). Dennoch gefiel uns im Vergleich der Unterricht an unserer Schule besser und wir wissen ihn nun deutlich mehr zu schätzen.

Auch am Freitag ging es für uns in die Schule, diesmal jedoch in die Home-Highschools unserer Partnerinnen und Partner. Hatten uns die Academies am Vortag noch eher an eine Universltät erinnert, so fühlten wir uns beim Betrachten der großen Flure, der Spinde, des Schul-Shops und der großen Cafeteria nun wie in einem amerikanischen Film. Allerdings merkten wir schnell, dass der Schulalltag an diesen Schulen dann nochmal ganz anders sind als an den Academies. Das zeigte sich sowohl im deutlich weniger akademischen Unterricht als auch an der Ausstattung der Schulen, die hier nicht mithalten konnte. Dennoch war es auf jedem Fall eine spannende Erfahrung und vor allem ein großes Privileg, diese beiden Schulen kennenlernen zu dürfen. Am Abend erwartete uns dann noch ein typisch amerikanisches Football-Spiel an der Independence Highschool. So durften wir die Stimmung der Fans, die eindrucksvoll inszenierte Halbzeit-Show und natürlich das Football-Spiel an sich erleben, was ein wirklich tolles Erlebnis war. Das Wochenende stand im Zeichen der „Family Time“. Wir verbrachten viel Zeit mit unseren Gastfamilien, machten Ausflüge, kochten zusammen und nutzten die knappe Zeit, um uns besser kennenzulernen. Diese Zeit war besonders schön, weil so jeder ganz persönliche Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnte. Außerdem nutzten viele Gruppen die Zeit, um ihre Projekte fertigzustellen.

Denn schnell war der Montag und damit schon der letzte gemeinsame Tag gekommen. An diesem Tag standen die Präsentation der Projekte sowie ein gemeinsames Potluck-Dinner auf dem Programm.  Ein Potluck-Dinner ist ein Essen, bei dem jeder etwas mitbringt, das dann wie ein Buffet aufgebaut wird. Die Präsentationen fanden im großen Veranstaltungssaal der Academies vor allen beteiligten Lehrerkräften und Familien statt und es kostete schon etwas Überwindung, die vorbereiteten Ideen in diesem Rahmen auf Englisch zu präsentieren. Aber wir bewältigten diese Herausforderung sehr gut und stellten 2 Stunden lang vollkommen unterschiedliche Projekte vor, welche eine Vielzahl interessanter Ideen und Ansätze enthalten und im Verlauf des Schuljahres nun weiterentwickelt werden sollen. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen entstanden dann eine ganz besondere Stimmung und ein beeindruckend großes Gemeinschaftsgefühl. Trotz der positiven Atmosphäre lag auch der Gedanke in der Luft, dass dies vorerst das letzte gemeinsame Essen sein würde. Doch dies versuchten wir mit der Vorfreude auf den Rückbesuch zu überdecken. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Wir trafen uns alle an der Ashburn Metro Station, von der wir Richtung Washington D.C fahren wollten. Ein letztes Mal redeten wir miteinander, lachten zusammen und zum Abschluss gab es viele Umarmungen. Es war komisch, schon wieder gehen zu müssen, gerade an dem Zeitpunkt, an dem wir uns alle richtig eng miteinander verbunden fühlten. Dadurch fiel einigen der Abschied auch sehr schwer. Dann winkten wir ein letztes Mal und machten uns auf den Weg nach Washington D.C….

Im Namen aller bedanke ich mich herzlich bei Herrn Blass und Frau Nether, die uns die ganze Zeit begleitet und unterstützt haben hatten sowie natürlich bei allen amerikanischen Familien und Lehrkräften für ihre Herzlichkeit, Großzügigkeit und Gastfreundlichkeit.  Wir sind alle sehr dankbar, dass wir bei diesem kulturellen Austausch mitmachen dürfen und dass wir so viel dabei lernen können. Der Besuch in den USA war ein ganz besonderes Erlebnis und Abenteuer, welches uns allen für immer in Erinnerung bleiben wird und wir freuen uns auf den Gegenbesuch im Juni. Vielen Danke für alles!

Pauline Dinkel

Mit gemischten Emotionen ging es für uns am Dienstagmorgen dann per Metro nach Washington DC. Einerseits hieß es Abschied nehmen von unseren amerikanischen Freunden, andererseits bedeutete es aber auch, dass wir nun Washington DC erleben durften. Dort angekommen, stiegen wir an der Union Station aus und diese Haltestelle sollte uns im Gedächtnis bleiben, denn von dort würden viele unserer Abenteuer starten. Nur wenige Minuten entfernt lag auch schon unser Hotel und für uns ging es an diesem Tag erst einmal darum, die Stadt zu erkunden. 

Aufgrund des Shutdowns in Amerika blieb uns der Zutritt zu vielen öffentlichen Gebäuden und Museen leider verwehrt, obwohl diese eigentlich fest in unserem Programm eingeplant waren. Wir mussten also nicht nur auf die Führung durchs Capitol oder das Besucherzentrum des Weißen Hauses verzichten, auch die bekannten Smithsonian-Museen der amerikanischen Hauptstadt durften wir nur von außen bestaunen. Trotzdem haben Frau Nether und Herr Blass es aber geschafft, für ein abwechslungsreiches Alternativprogramm zu sorgen und uns somit eine abwechslungsreiche Woche zu bieten.

So ging es für uns zunächst auf einen ausgiebigen Spaziergang quer durch Washington, der uns in Richtung Capitol führte. Dort wurden viele Bilder gemacht und mit einem großen Staunen wurde das berühmte Gebäude – zumindest von außen – betrachtet. Weiter ging unsere Erkundungstour ums Capitol herum, vorbei am Reflection Pool, an den geschlossenen Museen und dem FBI-Hauptquartier, bis wir schließlich am Weißen Haus ankamen, das man allerdings leider nur aus der Ferne sehen und fotografieren konnte. Anschließend blieb uns noch etwas Freizeit, um die verschiedenen ortsansässigen amerikanischen Restaurantketten zu testen und etwas zu essen. Am Abend ging es an die Waterfront von Washington. Dort befindet sich ein großer Hafen mit wunderschöner Aussicht, an dem wir unseren ersten Abend genießen und ausklingen lassen durften.

Am Mittwoch startete unser Tag etwas früher, denn unser Tourguide Sam erwartete uns bereits um 10 Uhr am Washington Monument, um uns mit auf eine ausführliche und spannende Tour über die National Mall zu nehmen. Wir starteten mit dem Washington Monument und erkundeten dann gemeinsam die verschiedenen Kriegsdenkmäler, um letztlich beim Lincoln-Memorial anzukommen. Währenddessen versorgte uns Sam mit allen notwendigen Hintergrundinformationen und ließ die zweistündige Tour durch die amerikanische Geschichte zu einem spannenden Erlebnis werden, das auf einige von uns durchaus sehr emotional einwirkte.

Nach einer Erholungspause und einem kurzen Abstecher zum Martin-Luther-King-Memorial ging es dann zum Planet Word-Museum, einem der Museen, das für uns als Alternativprogramm ausgewählt worden war. Wie der Name schon erahnen lässt, geht es hier um Wörter und wir konnten Einblicke in die Herkunft und die Beschaffenheit von Sprachen aus verschiedenen Teilen der Welt gewinnen. Anschließend fuhren wir gemeinsam zur Pentagon Mall, in der wir Freizeit bekamen, um zu shoppen und um etwas zu essen. Auf dem Rückweg zu unserem Hotel stiegen wir an der Arlington-Station aus und besuchten das Pentagon-Memorial, das an die Opfer erinnert, die bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 am Pentagon ums Leben kamen – ein bewegender, eindrucksvoller und prägender Abschluss eines Tages voller amerikanischer Geschichte. 

Nun war es schon Donnerstag und die Hälfte unseres Washington Abenteuers war damit bereits vergangen. Bereit für zuhause waren wir allerdings noch nicht, denn wir wollten noch so vieles erleben. Daher nutzten wir das schöne Wetter und fuhren mit dem „Water-Taxi“ nach Alexandria, wo wir direkt am Hafen eine Kunstgalerie besuchten. Frau Nether und Herr Blass hatten uns auf der Fähre angekündigt, eine der schönsten Straßen Amerikas entdecken zu dürfen und als wir in der King Street ankamen, wussten wir auch, wovon die Rede war. Wir hatten nun Zeit, uns in alle Ruhe umzuschauen und konnten die herbstliche Atmosphäre sowie das amerikanische Stadtflair ausgiebig genießen. Von Alexandria aus ging es nun mit der Metro zurück nach Georgetown, wo wir zunächst nochmal den Ausblick von der Waterfront auf die Hochhäuser am anderen Ufer genossen. Wir schauten uns in Georgetown um und hatten anschließend die Gelegenheit, DC in kleinen Gruppen auf eigene Faust zu erkunden. Diese Zeit wurde voll und ganz ausgenutzt und wir fuhren mit der Metro von Stadtteil zu Stadtteil, machten Hunderte von Bildern und genossen unsere freie Zeit in vollen Zügen.

Am Freitagvormittag überraschten uns Frau Nether und Herr Blass dann mit einem Besuch im „O-Museum in the Mansion“.  Dabei handelt es sich um ein eindrucksvolles altes Herrenhaus, in man als Besucher bis zu 80 Geheimtüren entdecken und auf diese Weise in die zahllosen, thematisch eingerichteten Räume gelangen kann. Auf unserem Streifzug durch das Museum besuchten wir – neben vielen anderen Räumen – auch das Zimmer, in dem Rosa Parks eine ganze Weile gelebt hat und erfuhren so ganz beiläufig wieder etwas mehr über amerikanische Geschichte. Unter Vermeidung der Innenstadt – an diesem Tag war Präsident Selenskyi zu Gast im Weißen Haus – machten wir uns auf den Weg zu Tysons Corner, einer riesigen Shopping Mall, in der wir uns austoben und Mitbringsel für unsere Freunde, Familien und natürlich uns selbst einkaufen konnten.  Das Highlight am Abend war dann unser gemeinsames Dinner im Hardrock Café, bei dem wir in unterhaltsamen Gesprächen die vergangenen Tage in Leesburg und Washington DC Revue passieren ließen. Nach dem Abendessen konnten wir uns im Shop noch mit letzten Souvenirs eindecken und spazierten durch die beleuchteten Straßen Washingtons zurück zum Hotel. In diesem Moment wurde uns bewusst, dass wir diese Spaziergänge vermissen würden. Denn auch wenn das viele Laufen oft anstrengend war, zählen am Ende doch die unvergesslichen Eindrücke und Bilder von unserer Zeit in der amerikanischen Hauptstadt. 

Der Samstag war dann zugleich unser letzter Tag in Washington DC: ein letztes Frühstück im Corner Bakery Café, ein letztes Spaziergang über die National Mall und ein letzter Blick aufs Capitol. Auf dem Weg zur Metro-Station kamen uns zahlreiche bunt gekleidete Menschen mit Tafeln und Schildern entgegen, die auf dem Weg zur „No Kings“-Demonstration waren, welche in unmittelbarer Umgebung unseres Hotels stattfinden sollte. Um kein Risiko einzugehen, hielten wir uns von den Protesten allerdings fern und fuhren stattdessen ein letztes Mal an die Waterfront, um dort noch ein bisschen die Sonne zu genießen. Nachmittags ging es dann an den Flughafen, wo einige von uns spontan Besuch von ihren amerikanischen Austauschpartnern bekamen. Nach einem ruhigen Rückflug kamen wir am Sonntagmorgen wieder in Frankfurt an und mit uns landeten eine Menge an Erinnerungen und Erfahrungen, die wir in den vorangegangenen beiden Wochen sammeln durften. Trotz einiger Einschränkungen aufgrund des Shutdowns hatten wir eine beeindruckende und unersetzbare Zeit in Amerika, haben das Beste aus den Umständen gemacht und unsere Zeit vor Ort absolut genossen.

Vielen Dank für die unvergesslichen Momente an Frau Nether Herr Blass und ich denke, ich spreche für jeden von uns, wenn ich sage, dass wir sehr dankbar dafür sind, dass wir diese Erfahrungen machen und bei der Reise nach Amerika dabei sein durften.

MARIE LOUISE SPIEGLER