Projekt des Französisch-LK und -GK des HSG, MSS 11, 2025/26

Am 27. Januar 2026 hat der Französischkurs der MSS 11 aktiv den Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus mitgestaltet. Vormittags war auf dem Synagogenplatz wieder die jährliche Gedenkfeier, zu der auch Schülerinnen und Schüler der Geschichtskurse des HSG gingen. Mit der BBS II, dem BurgGymnasium und dem Lycée Jean Bouin aus unserer französischen Partnerstadt St. Quentin haben die Fachbereiche Französisch und Geschichte des HSG eine Ausstellung im Rathaus gestaltet, die der Opfer des Nationalsozialismus gedenken möchte. Die Ausstellung wurde von der Oberbürgermeisterin Frau Kimmel eröffnet und Milena Brass (HSG) sowie Mael Konstanzer (BG) umrahmten die Veranstaltung musikalisch.
Zudem beherbergten Schülerinnen und Schüler des BurgGymnasiums und des Hohenstaufen-Gymnasiums die französischen Gastschüler, die anlässlich des Gedenktages drei Tage in Kaiserslautern zu Besuch waren. Das gemeinsame Rahmenprogramm beinhaltete u.a. einen gemeinsamen Kinobesuch. Es wurde der Film „Sarahs Schlüssel“ (Elle s’appelait Sarah) im Union Kino gezeigt.
Die elf Schülerinnen und Schüler des Französischkurses der Jahrgangsstufe 11 des Hohenstaufen-Gymnasiums haben sich mit dem Verfassen von Tagebucheinträgen beschäftigt. Als Anker ihrer Arbeit diente ein Bilderbuch mit autobiografischer Erzählform namens „Otto“ von Tomi Ungerer (*1931 in Straßburg, Frankreich, 2019 in Cork, Irland), einem Elsässer Grafiker und Schriftsteller, der überzeugter Europäer war.
Otto ist ein Teddybär und das Geschenk eines jüdischen Jungen namens David. Davids bester Freund heißt Oskar. Die beiden Jungen spielen gerne mit Otto. Die Wege der Jungen werden schließlich durch die Deportation Davids und seiner Familie getrennt. Nach einem Bombenangriff trennen sich auch Oskars und Ottos Wege.
Der Teddybär ist ein Symbol für die Kindheit im Allgemeinen, hat doch fast jedes Kind ein Kuscheltier, das es in Freud und Leid begleitet. Das Kuscheltier als bester Freund, offenes Ohr und persönlicher Bezugspunkt erscheint uns der Schlüssel zu den Gefühlen der Opfer des Holocaust zu sein. Der Teddybär ist ein Symbol für jedes Kind und jedes Einzelschicksal, das in der Masse an Opfern und Tragödien untergeht. Wir haben die Kinderperspektive eingenommen, die Geschichte anhand der Erlebnisse aus Sicht des Teddybären Otto nacherzählt. Durch die Tagebucheintrage von Otto versetzen wir uns in die Lage der Jungen Oskar und David. Sie und ihre Familien stehen stellvertretend für alle Opfer des Holocausts.
Das Projekt des Kurses bestand darin, die (fiktionale) Geschichte des Teddybären „Otto“ anhand von elf Tagebucheinträgen mit Gefühlen und kreativen Texten zu illustrieren. An geeigneten Stellen des Textes haben wir das Bild des Buches entnommen und einen zur Geschichte passenden Tagebucheintrag verfasst.
Die handelnde Auseinandersetzung und das aktive Gedenken geben uns Hoffnung, dass die Gräueltaten des NS-Regimes nicht vergessen werden, sodass sich so etwas nicht noch einmal wiederholt. Das „happy end“ des (fiktionalen) Textes gibt uns Mut, dass wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen, gerade weil Kriege und kriegerisches handeln unsere Gegenwart prägen und uns immer wieder vor Augen führen, wie wertvoll und schützenswert Frieden ist.
Version française abrégée :
Les onze élèves du cours de français en 11e du Hohenstaufen-Gymnasium ont écrit le journal intime d’un ours en peluche qui s’appelle Otto. Il vient de l’album « Otto » de l’écrivain et dessinateur alsacien Tomi Ungerer (*1931 à Strasbourg, 2019 à Cork, Ireland) qui raconte l’histoire d’un ours en peluche pendant la Seconde Guerre mondiale.
L’animal en peluche c’est le symbole pour l’enfance en général car c’est le doudou avec lequel l’enfant partage tous ses sentiments. Pour nous, l’animal en peluche, ici l’ours Otto, est la clé aux émotions des victimes innombrables et innocentes.
En agitant, écrivant et évoquant la mémoire, nous sommes unis dans l’espoir que les atrocités du régime national-socialiste ne vont pas être oubliés pour qu’il n’y ait pas de répétition dans l’avenir. Une chose est sûre et actuelle : La paix est précieuse et doit être protégée.
Anni Molter (F 11) und Carolin Reischmann, HSG 2026






